7. Juli 2026 | Allgemein Gemeindeleben aktuell

Monatsimpuls für Juli

7. Juli 2026

Ein nie versiegender Bach

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ Diesen herrlichen Ausspruch finden wir beim Propheten Amos. Er wurde als Monatsspruch für Juli ausgewählt. Auf den ersten Blick liest sich dieser Satz wie eine Verheißung. Und ja, wo es recht zugeht, Gerechtigkeit hochgehalten wird, verheißt uns Gott tatsächlich großen Segen. Doch über was redet der Prophet hier? Wer lässt das Recht strömen? Und wer sind die Adressaten für dieses schöne Sommerbild?

Dazu müssen wir unbedingt das Alte Testament aufschlagen. Der Schafzüchter Amos war ein Prophet aus dem 8. Jahrhundert vor Christus. Es war damals Israels letzte Blütezeit, bevor die Assyrer den Anfang einer langen Kette von Fremdherrschaften machten. Das geistliche Leben Israels lag längst am Boden. Gott bezeichnete sein Volk als eine gefallene Jungfrau, weil Israel seine Reinheit, seine Beziehung zu Gott verloren hatte. Deshalb mussten Propheten wie Amos eine ernste Botschaft predigen, damit sich das Volk wieder besinnt und umkehrt. Während sie weiterhin Gottesdienste feierten und nach außen religiös wirkten, gaben sie dem Bösen in ihrer Mitte Raum und lebten nicht mehr zur Ehre Gottes. So lassen sich die harten Worte verstehen, die Amos durch den Geist Gottes an das Volk richtete: „Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises. Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören. Stattdessen will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet“ (Amos 5,23.24 – Neues Leben. Die Bibel).

Spätestens jetzt wird es klar. Der Monatsspruch ist eine Aufforderung an uns Kinder Gottes. Jesus baut auf uns, dass durch Seine Gemeinde Recht und Gerechtigkeit in die Welt fließen. An unseren Früchten soll man uns erkennen, hatte Jesus einst gesagt. Durch die Gemeinde Jesu soll Licht in die Finsternis strahlen, damit Menschen den Unterschied erkennen, von falschen Wegen umkehren und ihr Leben Jesus anvertrauen. Deshalb dürfen wir weder schweigen noch wegsehen, wenn das Recht gebeugt wird, wenn Schwache ausgegrenzt werden und das Böse triumphiert. Das Reich Gottes soll sichtbar werden in der Welt. Und dieses Friedensreich gründet sich auf Recht und Gerechtigkeit.

Am Ende ist es doch ein wunderschönes Bild an warmen Sommertagen. Die Vorstellung, dass Jesus seine Gerechtigkeit verheißt wie einen nie versiegenden Bach. Jesus ist der Herr, ist unser Herr.

euer Stefan Taubmann