Die Mission Hoffnung
Freiheit und Frieden, Glück und Wohlergehen, so heißen die höchsten Güter für unser Leben. Dies wird besonders deutlich, wenn wir Einschnitte erleben. Solange wir uns unbekümmert bewegen können, wird uns das hohe Gut der Freiheit meist nicht bewusst. Doch sobald wir Einschränkungen in unserer gewohnten Mobilität in Kauf nehmen müssen, spüren wir schmerzhaft den Unterschied. Das hohe Gut der Gesundheit beispielsweise begreifen wir häufig erst, wenn uns Krankheit ereilt. Damit können wir festhalten, dass das Licht in Zeiten der Dunkelheit besonders hoffnungsvoll scheint.
Mit dem November treten wir in die dunkle Jahreszeit ein. Nicht wenige Menschen leiden unter einer depressiven Gemütslage, weil ihnen das Sonnenlicht fehlt. Passend dazu feiern wir schwergängige Gedenktage: an die Pogrome von 1938, an die Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg sowie an die Verstorbenen des vergangenen Jahres. Gerade in solchen Wochen, verbunden mit traurigen Anlässen, wird Hoffnung zu einer besonderen Mission. Jesus sendet uns als seine Kinder des Lichts zu unseren Mitmenschen, um der Welt Hoffnung zu verkündigen. Damit kann das erlebte Leid nicht ungeschehen gemacht und vergessen werden. Doch es kann aus dem harten Boden der Verbitterung wieder eine Blume der Versöhnung sprießen. Krankheit und andere Krisen können nicht einfach weggebetet werden. Doch echter Trost kann wie ein Pflaster auf einer Wunde schützen und den Heilungsprozess fördern. Neue Perspektiven sind aus der Sicht des Glaubenden möglich, wenn wir das Vergängliche im Zeitplan der Ewigkeit einordnen.
Gott spricht: „Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.“ So hat er es im Propheten Hesekiel (34,16) verheißen. Der Monatsspruch für November erinnert uns daran, worin unsere Hoffnung begründet liegt. In Jesus Christus, dem guten Hirten, der uns nachgeht und sucht, der alle Kraft aufwendet, um zu retten, zu heilen und zu trösten. Wenn Jesus unser Leben und unser Frieden ist, dann sind wir aufgerufen, diese Botschaft vom Retter und Erlöser in die Welt zu tragen. Wir dürfen Ermutiger, Friedensboten und Hoffnungsträger sein. Und das gerade in der Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Licht ins Dunkel zu strahlen, darin liegt unser christlicher Auftrag. Die Weihnachtszeit kommt uns dabei entgegen. Denn da feiern und singen wir es überall hörbar: Christ, der Retter ist da!
euer Stefan Taubmann