Denkanstoß

Monatsimpuls für Juli / August

Gott liebt Schönheit
„Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit…" Prediger 3, 11

SCHÖNHEIT – EWIGKEIT – TATEN und HANDELN

Der Vers aus Prediger 3, 11 zeigt uns drei Wesensmerkmale Gottes.

  1. 1. Er liebt Schönheit und Vollkommenheit.
  2. 2. Er ist nicht an Zeit gebunden.
  3. 3. Er ist absolut souverän.

Das schöne Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud" von 1653, das in Paul Gerhardts originaler Fassung 15 Strophen umfasst, gliedert sich in mehrere Abschnitte: Der erste Teil (Str. 1-7) beginnt mit der Anrede an ein Gegenüber, hier als „mein Herz" (zu jener Zeit die Anrede an einen geliebten Menschen) bezeichnet, und fordert dieses auf, hinauszugehen zur Betrachtung der sommerlichen Natur und zur Bewunderung ihrer Schönheit.

Dass es sich um zwei verschiedene Rollen handelt, um einen Sprecher und ein Objekt der Ansprache, wird in den Worten deutlich: „siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben". In Strophe 8 spricht hier wohl der Dichter von sich selbst: Er „selbsten kann und mag nicht ruhn", weil „des großen Gottes großes Tun" alle seine Sinne „erweckt", ihn also über den Preis der Schöpfung zum ganzheitlichen Lobpreis Gottes hinführt.

Die Schlussstrophen, nun an Gott gerichtet, leiten aus dem Vorangegangenen die Bitte ab, selbst zur Vollendung (Ewigkeit) zu gelangen. Der Weg dorthin wird in Bildern aus der Natur veranschaulicht: „... dass ich dir werd` ein guter Baum", „Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben" (14) sowie „lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen" (15).

Die Souveränität in Gottes Handeln muss Paul Gerhardt gar nicht extra beschreiben. So wie Salomo die Unergründbarkeit von Gottes Taten durch uns Menschen beschreibt, ist für Christen des 17. Jahrhunderts Kritik am Vater im Himmel undenkbar. Vielleicht sollten wir darüber mal wieder nachdenken, wenn sich uns angesichts der Komplexität unserer modernen Welt die Frage aufdrängt: „Wie kann Gott das alles nur zulassen? 

Mit freundlichen, sommerlichen Grüßen
Erkan-J. Müller