Eisenbahnstraße 5/7a


September – WAS MICH BEWEGT


Losgehen!
von Pastor Christof Lenzen

Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen,
worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer
Dinge.                                                                             Hebräer 11, 1 (NGÜ)

Glaube bedeutet loszugehen, selbst wenn ich nicht weiß, ob oder wann das Wunder passiert. Glaube bedeutet Vertrauen ohne absolute Klarheit vorher über den Weg und über das Gelingen. Woher kennen wir das noch? Richtig: So lassen wir uns auch auf Freundschaften und Partnerschaften ein im Vertrauen darauf: Das bekommen wir hin. Wir wissen: Der Andere wird sich auch verändern, mir wird nicht alles gefallen, manches wird toll sein, manches anstrengend – aber: Wir hoffen auf das Wunder der Liebe. Wir erwarten und wünschen uns, dass der Weg sich ebnet und wenn es nicht anders geht, nehmen wir uns Freunde oder Berater dazu, die uns zwischendurch stützen und gute Ratgeber sind.

So geht man – wenn man es realistisch angeht – Beziehungen ein. Aber – es gibt auch Menschen, die sind so verletzt, dass sie absolute Sicherheit brauchen. Und deswegen nie heiraten, weil sie nicht überrascht werden wollen. Oder aber Beziehungen und Partnerschaften eingehen, sich aber nie tief auf sie einlassen können. Eben weil die 100% Sicherheit nie gewährleistet ist – und Freundschaft und Liebe immer ein Wagnis! Solche Menschen bleiben dann leider oft für sich und mit sich allein. Manchmal IN Beziehungen. Traurig.

Im Glauben gibt es diese Blockaden auch. Jesus lädt uns als Einzelne und als Gemeinde zu Wagnissen ein. Zu glauben, wo andere Glauben schon aufgegeben haben. Wer aber eine Sicherheit sucht außerhalb der absolut sicheren Person Jesus Christus, der wird stehen bleiben und unter seinen Möglichkeiten im Glauben bleiben. Gott ebnet den Weg vor uns. Er leuchtet den nächsten Schritt aus. Aber er bietet uns keine hell beleuchtete Schnellstraße mit Ankommgarantie, sondern will, dass wir im Vertrauen auf sein Wort losgehen. Was brauchen wir dazu? Ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge. Ein Rechnen damit, dass diese Dinge stärker und wirklicher sind als meine und deine Geschichte. Und dann los. Mir schlottern manchmal vor solchen Schritten kräftig die Knie. Aber im Gehen werden die Knie fest und der Schritt sicher. Willst du, wollen wir es wagen?
Das wäre Glaube.

 

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