Eisenbahnstraße 5/7a


Dezember – Was mich bewegt


Es ist 8 Uhr morgens. Die letzten Stunden waren anstrengend. Jetzt sitze ich hier an der Bettkante eines mir fremden Bettes und meine Tränen laufen, ich bin sprichwörtlich sprachlos und meine Emotionen überrollen mich wie eine Vierzigtonner LKW. Ich kann nichts dagegen tun. Ich kann meine Gefühle kaum in Worte fassen. Die Geburt unserer Tochter Mathea Noemi ist, wie schon die unserer drei großen Kinder, überwältigend. Dieses Glück, diese Freude… einfach unbeschreiblich. Es verändert einfach alles.
Die Zeit scheint still zu stehen. Jetzt liegt sie da, in den Armen meiner Frau. Dieses kleine Wesen, dass die nächsten Jahre voll in unserer Obhut steht. Als ich diesen Moment gerade in meiner Erinnerung wieder erlebt habe, musste ich an Jesu Aussage denken, dass es im Himmel eine riesige Freude geben wird über jeden Menschen, der geistlich neu geboren wird. Wenn diese Freude der Engel nur annähernd so groß ist, wie meine über dieses kleine Wesen, dann scheint es eine riesige Party zu sein. Wenn ein Kind nun geboren wird, so steht dessen Entwicklung in der Verantwortung der Eltern. Es liegt an uns, was wir diesen kleinen Wesen mitgeben, welche Wege wir sie leiten, was wir sie lehren und vor allem, wie wir sie lieben. Ebenso möchte der Heilige Geist einen wiedergeborenen Menschen leiten, lehren, trösten und lieben. Dazu befähigt er auch uns. Die einen mit der Begabung zu lehren, die andern zu trösten und uns alle (hoffentlich) zu lieben. Als Gemeinde sind wir die Familie für alle, die das neue Leben geschenkt bekommen haben. Für eine Familie ist der Zuwachs aber nicht nur Aufgabe. Wir haben auch die Chance uns von diesen Neuen hinterfragen zu lassen: in unseren Prioritäten, in unserer Kommunikation, in unserem Umgang miteinander. Dies trifft sowohl in der geistlichen, wie auch in der biologischen Familie zu. Ach übrigens… manchmal werden wir auch in unserer ‚wichtigen Arbeit’ unterbrochen von diesen Neulingen… so, wie Mathea mich unterbricht, während ich diese Zeilen schreibe.
Sie braucht mich – ganz dringend.

Euer Oliver Rittrich

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